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Traditionelles Bogenschießen

Traditionelles Bogenschießen und wie es mein Hobby wurde

Eine kurze Einführung in das Thema

Die Begriffe traditionelles Bogenschießen und instinktives Bogenschießen werden häufig synonym gebraucht und bezeichnen das Bogenschießen ohne Bogenvisiere oder andere technische Zusatzausstattung am Bogen. Die Bezeichnung „traditionelles Bogenschießen“ bezieht sich auf die Bauweise von Pfeil und Bogen, die sich häufig an historische Vorbilder anlehnt. (Quelle:Wikipedia)

Das traditionelle Bogenschiessen erfreut sich in Deutschland immer größerer Beliebtheit. Dabei ist das Thema gar nicht so scharf definiert wie es evt. das Wikipediazitat glauben machen will. Es gibt hier sehr viele einzelne Strömungen und bei Turnieren konkurrieren unterschiedliche Regeln der einzelnen Verbände miteinander. Was nach den Regeln des einen Verbandes noch OK ist, ist bei dem anderen verboten. Mit diesen Details möchte ich aber mich gar nicht aufhalten sondern eher beschreiben was dieser Sport für mich eigentlich bedeutet.

Der Weg zum neuen Hobby

Etwas aus der Not geboren bin ich zum Bogenschießen gekommen. Ich suchte einfach noch eine sportliche Freizeitbeschäftigung in der freien Natur. Auf dem ein oder anderen Mittelaltermarkt bzw. auch über Bekannte ist auf einmal das Thema Bogenschießen auf meinem Radar aufgetaucht. Insbesondere drei Dinge haben mich hellhörig werden lassen:

  1. Wird in der freien Natur ausgeübt
  2. Stärkt dich in mentaler Hinsicht
  3. Ist gut für den Rücken

Also habe ich mal etwas länger gegoogelt. Am Anfang war es etwas verwirrend was ich zum lesen bekommen habe. Da gab es unterschiedliche Verbände, Bogentypen und Disziplinen. Da musste ich mir erst einmal klar werden was ich eigentlich will. Bin ich eher der WA (FITA) Schütze? Also immer auf definierte Entfernungen auf runde Zielvorlagen mit einem Bogen der einiges an Technik hat (Visier, Stabilisatoren,…) Nein, das passte für mich nicht. Ich finde das eine sehr gute sportliche Herausforderung und auch ein tolles schießen, aber mir persönlich steht da zu sehr der Wettkampfgedanke dahinter.

Bei den Bogenarten ist der Compundbogen mir sofort ins Auge gesprungen. Das war etwas das ich nicht wollte. Nennt mich altmodisch, aber das war mir dann doch zu viel Technik. Ich finde die Art von Bogen jedoch hochinteressant und finde es spannend wenn ich jemandem beim Schiessen damit zusehen kann. Aber ich selbst kann mich damit nicht anfreunden.

Die Wahl „meiner“ Disziplin

Obwohl ich am Anfang erst einmal sehr skeptisch geschaut habe als ich von 3D-Parcours gehört habe, fand ich es doch sehr interessant. Die Skepsis resultierte aus dem Umstand das man dort auf Tierattrappen schießt. Nach etwas lesen und auch Gesprächen mit Anderen ist die Skepsis doch gewichen. Es steht dort nicht das Nachstellen der Jagd und das trainieren vom „töten“ von Tieren im Vordergrund (es steht eigentlich nicht mal als Thema im Raum), sondern es gibt dabei Eigenschaften die man sonst bei den anderen Bogensportarten nicht findet.

  • Man ist in der freien Natur und läuft eine Art Rundwanderung.
  • Die Ziele stehen in unterschiedlichsten Entfernungen. Die Entfernung ist dabei meist unbekannt.
  • Man schießt nicht immer nur in der Horizontalen. Es gibt auch Schüsse bergab oder bergauf. Und das in den unterschiedlichsten Ausprägungen.
  • Die Ziele unterscheiden sich in Größe, Form und Farbe

Das fand ich dann doch sehr interessant. Vor allem da ich gerne Wandern gehe. Eine kurze Recherche ergab auch das es einige dieser Parcours im Umfeld meines Wohnortes gibt. Da fasste ich dann meinen Entschluss das ich diese Art von Bogensport anstrebe.

Die Wahl des Bogenstyps

Jetzt war die Disziplin gefunden, aber welcher Bogentyp? Compound und olympischer Recurve sind rausgefallen.  Mit Visier wollte ich auch nicht schießen.

Bleibt Recurve, Reiterbogen und Langbogen.

Der Reiterbogen ist dann auch schnell rausgefallen. War eine Gefühlssache. Geblieben ist der Langbogen und Recurve. Das sind auch jetzt die beiden Bogentypen welche ich nutze.

Aller Anfang ist schwer

Ich wusste nun was ich will. Hatte aber sonst kaum Ahnung. Auf vielen Internetseiten, Ratgebern und Forenbeiträgen habe ich gelesen das man Bogenschießen idealerweise unter Anleitung erlernen sollte. Zum einen aus gesundheitlichen Gründen (falscher Bewegungsablauf geht „auf die Knochen“) und zum anderen um eine kompetente Ansprechstelle für die Auswahl eines Bogen und des Zubehörs zu bekommen. Mit Vereinen habe ich es eigentlich nicht so, trotzdem machte ich mich mal auf die Suche nach einem Verein in der Nähe.

Glücklicherweise bin ich auf den Bogenclub Neckargerach gestoßen.

http://bogenclub-neckargerach.magix.net/public/

Ich habe mal Kontakt aufgenommen und bin dann mal zum Schnuppern dort aufgetaucht. Die Begrüßung war herzlich und man fühlte sich gleich wohl. Was ich bemerkenswert fand das man zwar im Training auf Zielscheiben schießt (WA (FITA)) aber das in den unterschiedlichsten Bogenklassen. Compoundbögen, olympische Recurve, Blankbogen bis hin zu Reiterbögen. Und das in einer Atmosphäre gegenseitigen Respekts. Man witzelt zwar ab und an mal übereinander, aber es ist ein tolles Miteinander. Auch die Betreuung (u.a. Leihbögen möglich) beim Training ist gut. Das Trainingsgelände selbst ist super. Eine schöne offene Waldlichtung mit Bach und Hütte. Wunderbar zum Entspannen und die Seele baumeln zu lassen.

Jetzt bin ich dort Mitglied und habe es noch nie bereut. Inzwischen hat sich auch eine kleine Truppe gefunden die auch gerne auf 3D Parcours geht. Wann immer jemand ein Ausflug vor hat, fragt er in der Runde ob noch jemand mit will. Und dann geht es oft gemeinsam los.

Aktueller Stand und Entwicklung

Wann immer möglich gehe ich nach der Arbeit auf den Platz um etwas auf die Scheiben zu üben. Inzwischen treffe ich auch ab und an mal was. So etwa jedes zweite Wochenende gehe ich dann auf einen Parcours in der Nähe.

Die Parcoursbesuche führen auch regelmäßig zu Berichten hier auf dem Blog.

Eigentlich habe ich immer behauptet an Turnieren nicht interessiert zu sein. Aber irgendwie überdenke ich das gerade. Nicht wegen dem Erfolgswillen, sondern einfach um auf einem Parcours mit anderen Schützen zusammen etwas zu leisten. Im November 2015 habe ich mein erstes Turnier auf dem Jakobsberg besucht. Hat Spass gemacht. Wird nicht das letzte gewesen sein. Jedoch werden Turniere und die dazugehörige Turniervorbereitung jetzt auch nicht meine Hauptfreizeitbeschäftigung werden 🙂